Melanie Schröder
1. April, 2021
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11 min Lesezeit

Der Google Messenger für Unternehmen

Messenger weltweit boomen – seit 2017 ist das Texten über WhatsApp und Co. die liebste Beschäftigung für Online-Nutzer noch vor der Pflege von sozialen Medien. Die Verbreitung der Messenger wurde durch Corona noch mal beschleunigt: Social Distancing, Schließungen von Geschäften und Restaurants sowie die Homeoffice-Pflicht haben dazu geführt, dass Nachrichtendienste wie WhatsApp, Facebook Messenger und Telegram noch häufiger benutzt werden als zuvor. Kein Wunder also, dass auch der Google-Konzern an diesem offenbar lukrativen Markt teilhaben möchte.

Google will WhatsApp und Co. Konkurrenz machen

In der Vergangenheit gab es bei Google viele Versuche, am Markt für Soziale Medien und Messenger zu partizipieren. Doch der große Erfolg blieb leider aus. Oder können Sie sich noch an die Messenger Google Talk, Google Allo oder das soziale Netzwerk Google+ erinnern?

Nun möchte der Konzern mit Google Messages einen neuen Versuch starten und erfolgreichen Messengern wie WhatsApp den Kampf ansagen. Dafür hat sich Google Unterstützung von prominenter Seite geholt. Für das Thema Messaging ist seit Oktober 2019 Javier Soltero, der zuletzt das Outlook-Team von Microsoft leitet, zuständig. Der Puerto Ricaner möchte zukünftig für mehr Klarheit bei den Messengern von Google sorgen.

Schließlich gab es in der Vergangenheit zahlreiche Umbenennungen, Zusammenlegungen und Einstellungen von Google Messenger-Apps. Das war für Google-Nutzer teilweise sehr verwirrend. Ein Beispiel: Alleine Google Messages wurde gleich drei Mal umbenannt. Die App wurde 2014 schlicht als Messenger von Google eingeführt. 2017 wurde der Nachrichtendienst in Android Messenger umbenannt. 2018 wurde der Name erneut in Messages geändert, den er bis zuletzt behalten hat. Ob sich Google Messages im internationalen Messenger-Markt durchsetzen werden, bleibt abzuwarten.

Google Messages gibt es nur für Android- Nutzer

Wenn Sie als Unternehmen Google Messages nutzen möchten, sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass dies nur für Endgeräte mit dem Betriebssystem Android möglich ist. iPhone-Nutzer, die das Betriebssystem von Apple – also iOS – nutzen, können Google Messages nicht verwenden. Dementsprechend kann der Google Messenger als Pendant zu iMessages auf dem iPhone betrachtet werden.

Doch das ist ein zu verschmerzender Verlust. Denn Android ist in Deutschland noch immer sehr stark vertreten. Rund 80 Prozent aller hierzulande gekauften Smartphones haben ein Android Betriebssystem. iOS Geräte, also iPhones, werden anteilig nur zu rund 20 Prozent in Deutschland erworben.

Wie funktioniert der Google Messenger?

Im Mai 2020 zählte die App mehr als eine Milliarde Downloads, was unter anderem auf die Vorinstallation der App auf Smartphones zurückzuführen ist. Natürlich sind eine Milliarde Installationen nicht gleichbedeutend mit einer Milliarde Nutzer – dennoch ist das eine beeindruckende Reichweite. Gepaart mit teilweise einmaligen Funktionen könnte sich Google Messages also langfristiger möglicherweise als wichtiger Messenger erweisen. Hier die Features im Überblick:

Messaging

Genauso wie mit anderen Messengern wie WhatsApp und. Co. lassen sich mit Google Messages Text-, Bild- und Videonachrichten über mobile Daten oder W-LAN versenden und empfangen. Zusätzlich sind nicht nur Privat- sondern auch Gruppenchats möglich. Die App lässt sich über das Smartphone, aber auch über Laptop und Tablet bedienen. Ein dunkler augenschonender Modus, zum Beispiel zur nächtlichen Nutzung, kann eingestellt werden. Ähnlich wie bei anderen Messengern kann man zudem live beobachten, wenn der Chatpartner eine Nachricht verfasst.

Google Business Messages

Über Google My Business können Sie als Unternehmer Nachrichten Ihrer Kunden empfangen und beantworten. Neben der Einsicht von Unternehmensinformationen wie Standort und Öffnungszeiten können Interessenten Sie zudem über eine klickbare Telefonnummer anrufen.

Doch Achtung: Die Nachrichten Ihrer Kunden sollten Sie dann auch zeitnah beantworten, damit sie sich nicht nach langer Wartezeit frustriert an den Wettbewerber wenden. Damit sich Ihre Nutzer auch außerhalb Ihrer Geschäftszeiten bestens aufgehoben fühlen, können Sie zusätzlich automatische Nachrichten einstellen. Auch der Einsatz eines Chatbots ist möglich.

RCS (Rich Communication Services) als Nachfolger der SMS

Das wohl wichtigste Alleinstellungsmerkmal von Google Messages ist die RCS-Funktion, die als Nachfolger der Sms gilt. Mit dieser Technologie ist es möglich, plattformübergreifend zu kommunizieren und damit den Nachteil aller anderen Messenger wie WhatsApp und Telegram zu umgehen. Denn üblicherweise müssen alle Nutzer die gleiche App verwenden, um miteinander zu kommunizieren.

Das könnte sich mit RCS ändern. Denn Ihre Kunden sind mit RCS nun nicht mehr an eine bestimmte App gebunden. RCS wird inzwischen von den drei großen Mobilfunknetzen in Deutschland (o2, Telekom und Vodafone) unterstützt. Die Vorteile von RCS zusammengefasst:

  • Kontakte von Usern werden nicht (wie z. B. bei WhatsApp) auf den Server von Google hochgeladen
  • Es gibt keine Textlängenbegrenzung mehr, wie von herkömmlichen SMS bekannt
  • RCS kann von allen Android-Nutzern plattformübergreifend genutzt werden

Integrierter Google Assistent

Im Google Messenger lassen sich Vorschläge für beispielsweise Restaurantbesuche und Routenbeschreibungen aus Google Maps mithilfe des Google Assistenten integrieren. So ist es möglich, im Chat einen Vorschlag für einen gemeinsamen Restaurantbesuch zu machen und das entsprechende Google-Profil samt Standort und Öffnungszeiten gleich mit zu versenden.

Die Vorschläge werden auf Grundlage des jeweiligen Standorts des Geräts lokal erstellt bzw. auf Grundlage der letzten Chats. Wichtig zu wissen ist, dass Google die Kategorie des Vorschlags speichert, um Ihre Empfehlungen zukünftig zu verbessern. Der Konzern weiß also, ob Sie nach dem Wetter oder einem Film gesucht und auf den jeweiligen Vorschlag geklickt haben.

Bezahlfunktion mit Google Pay

Für Unternehmer sicher besonders interessant: In den USA ist es bereits möglich, aus Google Messages heraus Produkte und Dienstleistungen zu bezahlen. Der Dienst ist leider außerhalb der USA nach Informationen von Google nicht verfügbar. Bleibt zu hoffen, dass die Bezahlfunktion demnächst auch in Europa genutzt werden kann.

Fazit: Sollten Unternehmen Google Messages zur Kundenkommunikation nutzen?

Es bleibt nun also abzuwägen, ob Sie Google Messages in Ihrem Unternehmen einsetzen sollten. Von großem Vorteil ist sicher das RCS-Verfahren, das eine plattformübergreifende Kommunikation erlaubt. Allerdings ist diese Technologie schon ein paar Jahre alt und konnte sich in Deutschland bislang – vermutlich auch wegen des Booms von Messengern wie WhatsApp – noch nicht durchsetzen.

Auch angesichts dessen, dass bei Google zahlreiche Messenger-Lösungen in der Vergangenheit gescheitert sind, ist eine gesunde Skepsis angebracht. Am besten befragen Sie Ihre Nutzer, ob sie Google Messages verwenden. Alternativ können Sie auch einfach noch etwas abwarten, ob der Messenger demnächst flächendeckend genutzt wird.

Dann verpassen Sie aber möglicherweise den First-Mover-Vorteil – also einen Wettbewerbsvorsprung, falls viele Ihrer Kunden Google Messages nutzen. Hier sind also sehr viele Faktoren sowie individuelle Gegebenheiten innerhalb Ihres Unternehmens gegeneinander abzuwägen, sodass hier keine pauschale Aussage für oder gegen Google Messages getroffen werden kann.

Bündeln Sie jetzt Ihre Kundenkommunikation

Die letzte Entscheidung, ob Sie Google Messages in Ihre Kundenkommunikation einbinden möchten, liegt also bei Ihnen. Doch eins steht jetzt schon fest: Angesichts der derzeitigen rasanten Messenger-Entwicklung werden sich die Kommunikationskanäle zukünftig voraussichtlich vervielfachen. Die meisten Firmen bieten ihren Kunden heute schon mehrere Kommunikationskanäle wie E-Mail, Sms, WhatsApp, Facebook Messenger und Co. an.

Ähnlich, wie Google erkannt hat, brauchen Gründer also eine langfristige plattformübergreifende Software, die alle Nachrichten an einem Ort sammelt. Das geht für kleine und mittlere Unternehmen am besten mit Superchat. Entlasten Sie jetzt Ihre Mitarbeiter und stellen Sie sich sicher, dass Ihre Kunden in jeder App schnell eine Antwort von Ihnen erhalten!

Möchten Sie Superchat nutzen? Haben Sie Fragen zu unserem Produkt? Kontaktieren Sie uns ganz einfach und unverbindlich hier via WhatsApp, oder schreiben Sie uns eine E-Mail unter hello@superchat.de. Wir freuen uns auf Sie!

Melanie Schröder

Melanie ist eine freie Content Marketing Expertin und Autorin. Als Messaging Expertin für Unternehmen schreibt sie Inhalte, die Unternehmen dabei helfen mit Messaging zu wachsen.

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